Über PAW

PAW – Privacy at workplace (Datenschutz am Arbeitsplatz) ist ein Kooperationsprojekt der Universität Pécs (Antragsteller) und der Georg-August-Universität Göttingen (Partner). Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union, und der zwei erwähnten teilnehmenden Universitäten finanziert. Es befasst sich mit den spezifischen Problemen der Privatsphäre am Arbeitsplatz und richtet den Fokus hauptsächlich auf die Überwachung der Privatsphäre.

Im Allgemeinen unterliegt das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis im Hinblick auf die Privatsphäre einem besonderen Aspekt, dadurch bedingt, dass sich die Beschäftigten in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden. Letztere können ihr Recht auf Privatsphäre nicht effektiv schützen, selten werden sie über ihre Rechte und Möglichkeiten informiert.

Zuzugeben ist, dass es durchaus Fälle gibt, in denen das tatsächliche Schutzniveau in punkto Privatsphäre mehr oder minder angemessen ist. Fakt ist jedoch auch, dass Angestellte sich zusehens mehr überwacht fühlen.

Dieses Gefühl kann durch die fortschreitende technische Entwicklung (Videoüberwachung, Zugangskontrolle via RFID-Systemen etc.) sogar noch begünstigt werden.

Zwar muss den Arbeitgebers grundsätzlich zugestanden werden, ihr berechtigtes Interesse an der Kontrolle ihrer Mitarbeiter, Verbesserung der Betriebsabläufe und Schutz des Eigentums zu verfolgen. Jedoch können diese Bestrebungen auch zu unnötiger Überwachung und einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte führen. Da viele Arbeitgeber elektronische Kommunkationsmittel verwenden, steht Ihnen ein großes Repertoire an legalen und illegalen Maßnahmen zur Überwachung der Mitarbeiter zur Verfügung.

Die Bandbreite der Möglichkeiten ist immens: elektronische Zugangskontrollen, Videoüberwachung von Räumlichkeiten, Kontrolle der E-Mail-Korrespondenz (sei es offen oder sogar heimlich), Überwachung der Internet- und Softwarenutzung, Erstellen unnötiger Log Files, Lokalisierung mithilfe von Geodaten etc.

Manche dieser Aktivitäten mögen natürlich zur Kontrolle der Arbeit selbst zulässig sein und tragen dazu bei, die Effizienz innerhalb eines Unternehmens oder einer öffentlichen Einrichtung zu steigern. Andererseits kann es schnell zu Verletzungen der Privatsphäre kommen, sodass es im Einzelnen sehr schwer fällt, die nötige Balance zu finden.

Erfahrungsgemäß können Rechtsvorschriften nicht all diese diese Probleme auf Anhieb erfassen, in vielen Fällen fehlen gesetzliche Regelungen gänzlich oder sind Einzelfragen nicht mithilfe allgemeiner rechtlicher Grundsätzen zu lösen.

Die Zielgruppen unserer Projekte sind hauptsächlich Angestellte, Arbeitgeber, aber auch Experten in diesem Feld, Studenten und der Gesetzgeber.

Unser übergeordnetes Ziel besteht darin, Arbeitnehmer und -geber für den Bereich der Privatsphäre zu sensibilisieren, die europäische Dimension des Persönlichkeitsschutzes aufzuzeigen, einen Verhaltenskodex für Arbeitsplätze zu entwickeln und im Rahmen eines Audits auszuarbeiten, wie man die Realisierung dieser Resultate langfristig sicherstellt.